Dienstag, 1. Juli 2008

Forscher studieren das Kreischen der Erde

Mittels Triangulation vermessen die Cluster-Satelliten sog. AKRs | Copyright: ESA

Iowa City/ USA – Das erste, was Außerirdische wahrscheinlich von der Erde hören, klingt nicht gerade einladend: Ein elektrisches Gekreische und Gezirpe wird vom Sonnenwind verursacht, wenn dieser mit der Atmosphäre zu den zumindest optisch wundersam anzuschauenden Polarlichtern interagiert. Es ist 100.000 Mal stärker als jedes von Menschen erzeugte Radarsignal.

Mit ihrer "Cluster"-Mission ist es der europäischen Raumfahrtbehörde ESA jetzt gelungen, dieses Kreischen der Erde aufzuzeichnen und zu studieren. Zukünftig könnte dies auch dabei behilflich sein, fremde Welten anhand ihrer Klangsignaturen zu analysieren

Die Wissenschaftler sprechen angesichts der aufgezeichneten Radiowellen von "Auroral Kilomtetric Radiation" (AKR). Sie entstehen in großer Höhe über der Erde. Bislang glaubte man, dass die bereits zu beginn der 1970er Jahre entdeckten Radiowellen, wie das Licht einer Taschenlampe konisch ins All abstrahlen. Dass diese Vorstellung falsch war, konnte nun mit den Beobachtungen der NASA-Satelliten belegt werden.

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Hierzu wurden 12.000 unterschiedliche AKR-Ausbrüche analysiert und dabei erkannt, dass diese sich als schmaler Streifen im All fortsetzten – so, als ob man eine Taschenlampe mit einer Kappe abdeckt, die nur einen schmalen Schlitz aufweist.

Nach dreijähriger Studie der von den vier ESA-Satelliten aufgezeichneten Signale, konnte das Team um Robert Mutuel von der "University of Iowa" nun mittels Triangulation die Quellen der einzelnen AKRs im irdischen Magnetfeld genau lokalisieren und wissen nun, dass diese einige Tausend Kilometer oberhalb jener Orte entstehen, an welchen dann auch das Lichterspiel der Polarlichts seinen Ursprung nimmt.

So klingt das Polarlicht | Copyright: ESA

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Da die Wissenschaftler ähnliche Phänomene auch auf anderen Planeten mit Atmosphären erwarten, und diese auch schon anhand der Gasriesen Jupiter und Saturn nachgewiesen haben, erhoffen sie sich nun durch die neuen Erkenntnisse eine weitere Methode der zukünftigen Erforschung fremder Planeten gefunden zu haben. So könne dann nicht nur die Qualität des jeweiligen Magnetfeldes analysiert, sondern auch anhand entsprechender Beobachtungen von fremden Sonnensystemen erkannt werden, ob diese Planeten mit Atmosphären beherbergen. Hierzu wären jedoch weitaus größere Radioteleskope notwendig, als wie sie derzeit zur Verfügung stehen. Entsprechende Anlagen sind jedoch bereits in Planung.

Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / esa.int
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