Freitag, 13. August 2010

Brasiliens Luftwaffe richtet offizielles und öffentlich transparentes UFO-Melde- und Dokumentationsverfahren ein

Fotos bislang unerklärter Lichtphänomene am Himmel über dem brasilianischen Bundesstaat Para im Jahre 1977, aufgenommen durch die brasilianisch Luftwaffe während "Operation Untertasse" | Copyright: Forca Aerea Brasileira; Quelle: ufo.com.br

Brasilia/ Brasilien - Mit einer neuen Regierungsanordnung hat der Chef der brasilianischen Luftwaffe, Lieutenant-Brigadier Juniti Saito den zukünftigen offiziellen Umgang der brasilianischen Luftwaffe mit UFO-Sichtungen festgelegt.

Im brasilianischen Amtsblatt "Diário Oficial da União" (zu vergleichen mit dem "Bundesanzeiger") erläutert der Viersternegeneral die zukünftige "Regulierung, Erfassung und Handhabung von Materialien innerhalb des Wirkungsbereichs der Luftwaffe, die im Zusammenhang mit 'unidentifizierten Flugobjekten' stehen" wie folgt:

"In Übereinstimmung mit den durch die Dienstvorschrift Nr. 6834 vom 30. April 2009 bestätigten Bestimmungen von Abschnitt XIV von Artikel 23 der Regimentsstruktur des Luftfahrtkommandos und unter Berücksichtigung des Prozederes, welches in Paragraph 67000.001974/2010-61 dargelegt wird, hat der Kommandierende der Luftwaffe folgendes beschlossen:

1. Die Aktivitäten des Luftwaffen-Kommandos (COMAER) bezüglich "unidentifizierten Flugobjekten" (UFOs) beschränkt sich auf die Erfassung der Vorfälle und die darauf folgende Weitergabe an die Nationalarchive.

2. Das brasilianische Luftraumverteidigunskommando (COMDABRA), als Zentralorgan des brasilianischen Luftraumverteidigungssystems (SISDABRA) ist innerhalb der COMAER für den Erhalt und die Katalogisierung von Berichten über UFOs in angemessener Form verantwortlich, wenn diese von Personal der Luftraumüberwachung stammen und dafür, diese Meldungen an das "Zentrum zur Dokumentation der Luftfahrtgeschichte" (CENDOC) weiterzuleiten.

3. CENDOC ist innerhalb des COMAER für das Kopieren, Zusammenfassen und die Zuordnung der Aufzeichnungen die von COMDABRA weitergeleitet wurden verantwortlich und hat die Originale in regelmäßigen Abständen dem Nationalarchiv zu überstellen.

unterzeichnet
Lieutenant-Brigadier Juniti Saito"

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Während UFO-Skeptiker in dem Schritt der brasilianischen Militärs ein Abschieben ungeliebter Angelegenheiten auf das Nationalarchiv zu erkennen glauben, feiern brasilianische UFO-Forscher u. a. um A. J. Gevaerd vom brasilianischen "UFO Magazine" den Schritt der brasilianischen Luftwaffe als Ergebnis ihrer jahrelangen Bemühungen um eine Veröffentlichung der bislang und einst geheimen UFO-Akten von Regierung und Militärs und der Forderung nach einer transparenten Dokumentation von UFO-Sichtungen durch das brasilianische Militär.

Ob die Regelung auch rückwirkend Gültigkeit besitzt und somit in der Folge, neben den mehr als 1.300 bereist veröffentlichten einst geheimen UFO-Akten der brasilianischen Luftwaffe (...wir berichteten 1, 2, 3, 4) noch weitere historische Fälle ans Tageslicht kommen werden, sei bislang noch nicht abzuschätzen, erläutert Gevaerd.

Auch sei noch nicht bekannt, ob auch Ergebnisse möglicher Untersuchungen durch von der Regelung nicht betroffener Stellen innerhalb der Luftwaffe ebenfalls in der dargelegten Weise dem Nationalarchiv überstellt und damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. Sicher ist, dass in der Vergangenheit Spezialeinheiten der Luftwaffe offiziell mit der Untersuchung und Erforschung von UFO-Sichtungen betraut waren (s. Links).

Aus Interviews mit dem "UFO Magazine" geht hervor, dass noch "Tonnen offizieller Dokumente der brasilianischen Luftwaffe aus den vergangenen Jahrzehnten" nicht veröffentlicht, jedoch in Folge einer offiziellen Anordnung von Lieutenant-Brigadier José Carlos Pereira digitalisiert und in einer großen Datenbank archiviert wurden. Zudem war Pereira für die Erstellung eines neuen Formulars verantwortlich, mit dem Zivil- und Militärpiloten ihre UFO-Sichtungen melden und dokumentieren sollten. Von diesen Berichten, so Pereira, gäbe es noch hunderte.

"Mit der Regulierung der Handhabung von UFO-Berichten durch die Luftwaffe und insbesondere jener Meldungen von Luftfahrtpersonal, wie sie im 'Diário Oficial da União' dargelegt ist, erkennt die brasilianische Luftwaffe die reale Existenz des UFO-Phänomens faktisch an. Zumal zu diesen Sichtungszeugen auch hochrangige Offizielle und Militärs, darunter der bereits erwähnte Lieutenant-Brigadier José Carlos Pereira sowie der ehemalige Luftverteidigungsminister Lieutenant-Brigadier Sócrates Monteiro zählen", erläutert Gevaerd.

Die reale Existenz von UFO-Phänomenen werde vom Militär eindeutig in zahlreichen bereits freigegebenen Dokumenten anerkannt, aus welchen auch die intensive Untersuchung der Vorfälle durch die Luftwaffe und andere offizielle Organisationen hervorgeht.

Für die brasilianischen UFO-Forscher des "Brazilian Committee of UFO Researchers" (CBU) ist die neue offizielle Haltung der Luftwaffe ein großer Durchbruch in ihren jahrzehntelangen Bemühungen um eine transparente Handhabung der gemeldeten UFO-Sichtungen auch von Seiten des Militärs und der Regierung, wie sie im Rahmen der seit 2004 laufenden Kampagne "UFOs: Freedom of Information Now" gefordert wird. Nun hoffen auch internationale Kollegen auf eine Beispielswirkung auch auf andere Staaten Süd- und Nordamerikas und darüber hinaus.

Zur Frage nach der staatlichen Erforschung und dokumentation von UFO-Sichtungen, auch und insbesondere jener von Rgierungs- und Militärpersonal, gibt die deutsche Bundesregierung hingegen von jeher, an der Erforschung entsprechender Phänomene nicht interessiert zu sein.

 Doch nicht nur UFO-Forscher bezweifeln dies seit langem. Eine erst kürzlich bekannt gewordene Einschätzung von keiner geringeren Institution als dem wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages kommt zu dem Schluss, dass "die Tatsache, dass sowohl Großbritannien als auch Frankreich sich mit der Fragestellung nach der Existenz von UFOs und außerirdischen Lebensformen beschäftigten und dies - nach vorheriger Geheimhaltung - in den letzten Jahren sogar via Internet veröffentlicht haben, die Vermutung nahe legt, dass sich auch deutsche Behörden oder Ministerien mit dieser Fragestellung befasst haben bzw. befassen" (...wir berichteten: 1, 2).

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