Donnerstag, 1. November 2012

Kontroverse um russische DNA-Analysen angeblicher Yeti-Haare


Illustration des laut Augenzeugen im westlichen Sibirien beheimateten sog. Mecheny.
| Copyright/Quelle: Harry Trumbore drawing from Loren Coleman’s and Patrick Huyghe’s "The Field Guide to Bigfoot and Other Mystery Primates" 


St. Petersburg (Russland) - Erst vor wenigen Tagen hatte die Regionalregierung der sibirischen Region Kemerowo auf ihrer Internetseite erklärt, Wissenschaftler hätten Haarproben aus einer Höhle, in der angeblich die sibirische Variante von Yeti und Bigfoot gesichtet wurde, einer DNA-Analyse unterzogen und festgestellt, dass die zwar sehr menschenähnlich aber nicht menschlich seien und auch sonst keinem bekannten lokalen Tier zugeordnet werden können. Trotz der sensationellen Meldung zeigen sich russische Yeti-Experten bislang verhalten.

Angeblich, so die Meldung, sollen die Proben sowohl von russischen Wissenschaftlern als auch in den USA ("in einem Labor in Idaho") untersucht worden sein. Beide Analysen kamen demnach zu dem Schluss, dass die Haare von einem menschenähnlichen Wesen stammen, bei dem es sich jedoch nicht um einen Homo sapiens handele, das aber mit Menschen näher verwandt sei als mit Menschenaffen.


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"Wir konnten zehn Haarproben, die 2011 in der Azasskaya-Höhle in den Shoria-Bergen sichergestellt wurden", zitiert die "Siberian Times" (siberiantimes.com) den auf der Regierungsseite zitierten Professor Valentin Sapunov von der Russian State Hydrometeorological University in St. Petersburg. "Die Ergebnisse belegen, dass die Haare von einem Säugetier stammen, aber nicht menschlich sind. Sie stammen auch nicht von einem anderen lokalen Tier, etwa von einem Bären, Wolf oder Ziege. (...) An der Universität St. Petersburg und am Zoologischen Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften wurden sowohl DNA-Untersuchungen, als auch Untersuchungen der Proben unter dem Elektronenmikroskop und auf molekular-genealogischer Ebene durchgeführt. (...) Alle drei nach weltweiten Standards arbeitenden Universitäten (ein Hinweis darauf, dass das Labor in Idaho zur dortigen University of Idaho gehört...) haben ihre eigenen DNA-Analysen abgeschlossen und stimmen darin überein, dass die Haare zu einem Wesen gehören, das anhand seiner biologischen Parameter dem Homo sapiens näher steht als einem Menschenaffen und sich von menschlicher DNA nur um ein Prozent unterscheidet."

 
Haarproben, die 2011 in der Azasskaya-Höhle sichergestellt wurden. | Copyright/Quelle: Vesti TV, The Siberian Times

Tatsächlich wäre es jedoch nicht das erste Mal, dass die Regionalregierung in Kemerowo und ansässige Medien Berichte rund um die angeblich in der Region gesichteten Yetis überzeichnete, um den lokalen Tourismus anzukurbeln (...wir berichteten).

Auch Dr. Igor Burtsev und damit einer der führenden russischen Kryptozoologen und Experte für die lokalen Varianten von Bigfoot, Sasquatch und Yeti zeigte sich angesichts der Verlautbarungen bislang noch deutlich distanziert. Tatsächlich war er es, der jene Expedition angeführt hatte, die 2011 die Haare gemeinsam mit Fußabdrücken gefunden hatte.

Gegenüber der "Siberian Times" erklärte Burtsev: "Ich bezweifele, dass die Wissenschafter tatsächlich DNA-Tests von Proben aus der Azasskaya-Höhle durchgeführt haben und ebenso, dass sie nachgewiesen haben, dass diese Proben von einem dem Menschen sehr nah verwandten Wesen stammen. (...) Bislang wurden solche Analysen noch nirgends auf der Welt durchgeführt. Ich vermute, dass sie lediglich eine Elektronenmikroskopuntersuchung durchgeführt und so die Haarproben mit denen bekannter Arten optisch verglichen haben. Sicher bin ich mir natürlich nicht, aber solang mir keine anderen Informationen vorliegen, bin ich angesichts der Aussagen von Valentin Sapunov eher skeptisch."

Neben der Verlautbarung über die DNA-Analysen (zu denen uns bis Redaktionsschluss dieser Meldung noch keine unabhängige Bestätigung vorlag), erklärte die Kemerowo-Regierungsseite auch, dass Yetis die Fähigkeit besitzen sollen, bevorstehende Katastrophen wie etwa Erdbeben vorherzuahnen: "Sie verlassen die Gegend, wo dies passieren wird. Diese Tiere haben auf irgendeine Art Zugriff auf Informationen aus der Zukunft", zitiert die "Siberain Times" aus der Erklärung der Behörden - fügt jedoch kritisch hinzu, dass für diese Behauptung keine weiteren Beweise und Information vorgelegt würden. "Sollten Wissenschaftler herausfinden, wie der Yeti diese Informationen erlangt und spürt, was passieren wird, so könnte die Menschheit einen Weg der exakten Katastrophenvorhersage entwickeln", so die Behörden abschließend - ebenfalls, ohne all dies durch weitere Informationen, Fakten und Quellen zu untermauern.
 

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