Mittwoch, 21. November 2012

AstroLeaks: NASA-Wissenschaftler kündigen "historische" Mars-Entdeckung an


Archiv: Selbstportrait des Mars-Rovers "Curiosity" mit Hilfe der "Arm-Camera".
| Copyright: NASA/JPL-Caltech/Malin Space Science Systems
 

Pasadena (USA) - Gegenüber einem US-Radiojournalisten hat sich kein Geringerer als John Grotzinger, seines Zeichens leitender Wissenschaftler der aktuellen Mars-Rover-Mission der NASA zu dem Hinweis hinreißen lassen, die derzeit vom Mars-Rover "Curiosity" eintreffenden Daten seien von "historischer Bedeutung". Noch werden diese Daten sorgfältig überprüft, um mögliche Fehler des Instruments auszuschließen. Was genau die mobile Laboreinheit auf dem Roten Planeten entdeckt hat, ist bislang zwar noch geheim, doch lassen sich anhand der bekannten Informationen erste Rückschlüsse ziehen.

Es war der Radiojournalist Joe Palca, der für sein morgendliches Feature "Joe's Big Ideas" für die US-Sendergemeinschaft NPR Grotzinger an seinem Arbeitsplatz am Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena interviewte.

"Während wir hier miteinander sprechen, bekommen wir Daten von einem Instrument (an Bord von Curiosity) mit der Bezeichnung SAM", so Grotzinger. "Diese Daten sehen wirklich sehr interessant aus. (...) Derzeit ist das Wissenschaftler-Team noch dabei, diese Daten auszuwerten."
Bei SAM (Sample Analysis at Mars) handelt es sich um eine Art Miniaturlabor mit dessen drei kombinierten Sensorsystemen untersucht werden soll, inwieweit der Mars als Lebensraum geeignet war und heute ist. Der Fokus dieser Untersuchungen liegt dabei auf der Identifizierung und Analyse von organischen Verbindungen und leichten Elementen sowie der Bestimmung von Isotopenverhältnissen in der Atmosphäre. In diese Richtung dürfte also die "historische Entdeckung" gehen.

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Erst kürzlich wurde dem SAM-Instrument eine erste Bodenprobe zugeführt, und schon die Auswertung dieser Analysen zeigen, so Grotzinger "etwas Weltbewegendes" und führt fort: "Diese Daten werden etwas für die Geschichtsbücher sei. Es sieht wirklich sehr gut aus".

Weitere Informationen ließ sich der Wissenschaftler jedoch noch nicht entlocken - und das aus gutem Grund: Schon zuvor schien das SAM-Instrument in einer Luftprobe Methan gefunden zu haben. Zumindest auf der Erde ist Methan hauptsächlich das Ergebnis biologischer Prozesse. Schon damals habe man die faszinierende Neuigkeit noch zurückgehalten, da man die Messungen nochmals überprüfen und ausschließen wollte, dass sich in diese erste Analyse nicht auch noch irdische Luft von der Startrampe miteingeschmuggelt hatte. "Wir kannten dieses Risiko und führten deshalb eine weitere Messung durch." Tatsächlich waren anhand dieser Proben nun alle Anzeichen für Methan verschwunden und die Sensationsmeldung wurde abgeblasen.

Die besagte erste Bodenprobe wurde dem SAM-Instrument schon am 9. November 2012 zugeführt und im Laufe der darauf folgenden zwei Tage mittels Massenspektroskopie, einer Gas-Chromatographie und einer laser-spektrometrischen Analyse untersucht. Bei der Probe selbst handelte es sich, so berichtet das JPL, um eine Bodenprobe aus dem sogenannten "Rocknest", einer Örtlichkeit auf dem Mars, die schon zuvor von der CheMin-Instrument, mit dessen Hilfe chemische und mineralogischen Analysen durchgeführt werden können, untersucht wurde. Diese Analysen konnten zeigen, dass der Marsboden zumindest hier verwitterten Böden vulkanischer Herkunft auf Hawaii gleicht (...wir berichteten).

Jetzt, so Grotzinger abschließend, werde es wohl noch einige Wochen dauern, bevor das JPL-Team öffentlich über die besagten neuen Daten sprechen könne...

Allerdings ist gerade nach der Erfahrung mit der Luft-Probe davon auszugehen, dass erst recht Grotzinger sich entsprechender möglicher Fehlerquellen mehr als bewusst ist. Dennoch spricht er relativ offen über zu erwartende "historische" Entdeckung des Mars-Rovers. Wir (GreWi) vermuten, dass die Bekanntgabe oder deren Offenlegung als Messfehler, gerade nach dem zitierten NPR-Beitrag und dessen zu erwartendem Widerhall in den Massenmedien und im Internet, nur noch eine Frage von Tagen anstatt von Wochen sein wird.

Man darf also gespannt sein und natürlich werden wir umgehend berichten, wenn uns neue Informationen vorliegen...




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