Dienstag, 18. Dezember 2012

Archäologen finden deformierte und verstümmelte Schädel und Skelette in Mexiko


Beispiel eines Skeletts aus dem Friedhof von Onavas mit künstlich deformiertem Schädel.
| Copyright: INAH, inah.gob.mx
 

Onavas (Mexiko) - In der Nähe des Dorfes Onavas in nordmexikanischen Bundesstaat Sonora haben Archäologen einen rund 1.000 Jahre alten Friedhof entdeckt, der neben absichtlich verstümmelten auch eine Vielzahl von Skeletten mit auffallenden Schädeldeformationen beinhaltet.

Insgesamt konnten die Forscher um Cristina Garcia Moreno von der Arizona State University, die vor Ort mit Genehmigung des mexikanischen Instituto Nacional de Antropología e Historia (INAH) arbeiten, 25 Skelette freilegen. 13 dieser Skelette weisen absichtlich herbeigeführte Schädeldeformationen auf, an fünf Skeletten fanden die Forscher verstümmelte Zähne.

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"Derartige Deformationen wurden von den mesoamerikanischen Kulturen wahrscheinlich zur Unterscheidung unterschiedliche sozialer Gruppen und zu rituellen Zwecken genutzt", so die Archäologin. "Die Verstümmelung von Zähnen war - etwa in der Nayarit-Kultur - ein Übergangsritus ins Erwachsenenalter. Auch die derart dental verstümmelten Skelette in Onavas sind die von Jugendlichen über 12 Jahre."


Ein Skelett in Onavas wurde gemeinsam mit einem Schildkrötenpanzer bestattet. | Copyright: INAH, inah.gob.mx
 

Im nun freigelegten Friedhof könne man jedoch zumindest anhand der Bestattungsart keine sozialen Unterschiede zwischen den hier beigesetzten Personen feststellen. "Zudem wissen wir noch nicht, warum einige der Skelette Grabschmuck tragen und andere nicht, oder warum sich unter den 25 Skeletten nur eine Frau befindet."


17 der 25 der hier bestatteten Personen waren Kinder bzw. Jugendliche zwischen fünf Monaten und 16 Jahren. Acht Personen waren bereits im Erwachsenenalter.

Anhand der Kinderskelette, deren Schädel deformiert waren, vermuten die Forscher, dass eine unsachgemäße Anwendung der Praktiken der Schädelvergrößerung zum Tode der Kinder geführt haben könnte - wurden die Schädeldeformationen traditionell doch durch permanent stark ausgeübten Druck erreicht. Zu diesem Schluss kommen die Forscher durch Untersuchungen der Erwachsenenskelette, an welchen sich keinerlei Hinweise auf erkennbare Todesursachen oder Erkrankungen gefunden fanden.

Für die Archäologen ist der Fundort im nördlichen Mexiko von besonderer Bedeutung - zeigt er doch einen deutlich weiter reichenden Einfluss der mesoamerikanischen Gesellschaften und Kulturen als bislang bekannt war. "Aufgrund der Merkmale von Individuen, die in Onavas gefunden wurden, zeigt sich eine Verbindung zu Gruppen im südlichen Mexiko, etwa zu den Michoacán, Nayarit und Jalisco und damit zur mesoamerikanischen Kulturzone."


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