Dienstag, 5. März 2013

ESA-Weltraumteleskop "Herschel" wird bald erblinden


Das Weltraumteleskop "Herschel" im Einsatz (Illu.).
| Copyright: ESA/NASA 


Köln (Deutschland) - Im Mai 2009 gestartet, gehen dem europäischen Weltraumteleskops "Herschel" wie geplant schon bald die Helium-Vorräte zur Kühlung der Instrumente zu Ende. Die letzten Reste werden im Laufe der nächsten Wochen aufgebraucht sein. Danach soll das Teleskop in einer Umlaufbahn um die Sonne "geparkt" werden.

Aus wissenschaftlicher Sicht war und ist die Mission "Herschel", mit der zum Beispiel die Geburt von neuen Sternen zu beobachtet werden konnte, ein voller Erfolg.

"Wir waren mit Herschel quasi im Kreißsaal bei der Geburt von Sternen dabei", betont Christian Gritzner vom Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Mit den Instrumenten PACS, HIFI und SPIRE sah das Teleskop mit seinem 3,50-Meter-Spiegel in verschiedenen Wellenlängen durch Staub- und Gaswolken. "Die Wissenschaftler konnten so durch diesen scheinbar undurchdringlichen Nebel blicken und komplizierte Strukturen erkennen, die optische Teleskope nicht sehen." Das bisher größte Teleskop, das jemals im Weltraum geflogen ist, spürt dafür die Wärme von Sternen, Galaxien und Nebeln auf und kann dabei selbst noch extrem schwache Wärmestrahlung erkennen. Aber auch Planeten, Asteroiden und Kometen in unserem Sonnensystem wurden durch Herschel beobachtet.

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Zur notwendigen Kühlung der dieser empfindlichen Instrumente hatten die Ingenieure das Teleskop als eine Art "fliegenden Kühlschrank" konstruiert: "Mit 2300 Litern flüssigem Helium wurden die Sensoren kontinuierlich gekühlt und so auf die richtige Betriebstemperatur von etwa minus 271 Grad Celsius gebracht", erläutert das DLR.

Nach dreieinhalb Jahren wissenschaftlicher Sternenbeobachtung geht jetzt planmäßig der Helium-Vorrat zu Ende. Dann werden innerhalb von Stunden die Temperaturen der Instrumente steigen und ihr Einsatz damit nicht mehr möglich sein. "'Herschel' beginnt dann den Ruhestand in einem gesonderten Orbit um die Sonne. Für den Weg dorthin hat das Teleskop noch Treibstoff an Bord."


Die Daten, die "Herschel" allerdings zusammengetragen hat, werden Wissenschaftler noch jahrelang beschäftigen: "Jetzt folgen die Nachkalibrierung, das Archivieren und Auswerten", so Gritzner.



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Quelle: dlr.de
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