Dienstag, 5. März 2013

Leben auf Jupitermond noch wahrscheinlicher: Astronomen finden Beweise für Austausch zwischen verborgenem Ozean und der Oberfläche von Europa


Künstl. Darstellung des im Austausch mit der Oberfläche stehenden salzigen Ozeans des Jupitermondes Europa (Klicken Sie auf das Bild, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen).
| Copyright: NASA/JPL-Caltech 


Kamuela (USA) - US-Astronomen haben die bislang stärksten Beweise dafür gefunden, dass salziges Wasser aus dem unter einem dicken Eispanzer verborgenen gewaltigen Ozean des Jupitermondes Europa auch an dessen Oberfläche gelangt und es so zu einem ständigen Materialaustausch zwischen Ozean und Oberfläche kommt. Damit erhöht erneut die Wahrscheinlichkeit, dass in dem bis zu 100 Kilometer tiefen Ozean auch Leben entstanden sein könnte.

Wie Mike Brown vom California Institute of Technology (Caltech) und Kevin Hand vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA aktuell im Fachjournal "Astronomical Journal " berichten, belegen die Daten ihrer Beobachtungen des Jupitertrabanten mit dem Spektrometer am W. M. Keck II Observatory, dass es zu einem chemischen Austausch zwischen Ozean und der Oberfläche von Europa kommt, was den Ozean wiederum zu einer noch reichhaltigeren chemischen Umwelt macht. Zudem zeigt die Entdeckung, dass bereits anhand von Untersuchungen der eisigen Oberfläche mit erdgebundenen Teleskopen eine Vielzahl von Informationen über den Ozean selbst gewonnen werden kann.

Mit Hilfe neue adaptiver Optik und dem "OH-Suppressing Infrared Integral Field Spectrograph" (OSIRIS) des 10-Meter-Teleskops gelangen den Wissenschaftlern nun Messungen, die sogar die der einstigen Jupitersonde "Galileo" (1989-2003) noch übertreffen.


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"Damit liegen uns nun Beweise dafür vor, dass der Europa-Ozean kein isoliertes Gewässer ist, sondern mit der Oberfläche im Austausch steht", erläutert Brown. "Das bedeutet zugleich, dass Energie auch in den Ozean gelangt und das wiederum ist für die Frage, ob in diesem Ozean auch Leben entstanden sein könnte, von Bedeutung. Zugleich heißt es aber auch, dass wir vieles von dem, was wir über den Ozean erfahren wollen, alleine schon von einer Analyse der eisigen Oberfläche erfahren können. Wir müssen lediglich etwas davon abkratzen (und untersuchen)." Das Oberflächeneis auf Europa öffne damit ein Fenster in die möglicherweise lebensfreundliche Welt seines Ozeans, fügt Hand hinzu.

Mit ihrer spektrografischen Analyse der Bestandteile der Europa-Oberfläche konnten Brown und Hand das Vorhandensein des Magnesiumsulfatsalzes Epsomit nachweisen. "Dieses Magnesium sollte sich eigentlich nicht auf der Oberfläche finden lassen - es sei denn, es stammt aus dem Ozean", erläutert Brown. "Sein Nachweis bedeutet also, dass Wasser aus dem Ozean an die Oberfläche und Material von der Oberfläche wahrscheinlich auch in den Ozean gelangt."

Anhand ihrer aktuellen Untersuchung gehen die Forscher davon aus, dass der Ozean entweder reich an Sulfaten oder Chlor ist. Durch den Nachweis des Magnesiumssulfats schließen Brown und Hand jedoch einen sulfatreichen Ozean aus und vermuten, dass dieser reich an Chlor in Form von Natrium- und Kaliumchloriden ist und dann den salzigen Meeren der Erde gleichen könnte. "Wenn im Europa-Ozean schwimmen könnte, würde dieser wahrscheinlich wie altes Salz schmecken", vermutet Brown.



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Vor diesem Hintergrund sehen auch Hand und Brown in dem Jupitermond ein Hauptziel für die Suche nach außerirdischem Leben im Sonnensystem. "Wenn wir etwas von der Erde gelernt haben, dann die Erkenntnis, dass dort wo es Wasser gibt auch Leben existiert. Und da auch unsere eigenen Ozeane schön salzig sind, könnte also auch der salzige Ozean auf Europa ein wunderbarer Ort für Leben sein."
 
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